Dialog
mit altem Fachwerk.
Was für ein Wochenende! Letzten Samstag und Sonntag hat es wieder Tausende Besucherinnen und Besucher in das kleine Dörfchen Darup gezogen. Bei der Daruper Landpartie präsentierten mehr als 60 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten an ganz unterschiedlichen Orten im Dorf – in Ateliers, Höfen, Gärten, Scheunen und historischen Gebäuden. Gerade diese ungewöhnlichen Ausstellungsorte machen für mich den besonderen Reiz der Landpartie aus. Hier wird Kunst mal nicht in einem klassischen Ausstellungsraum präsentiert, sondern sie begegnet den Menschen mitten im Dorf, in ganz unterschiedlichen und oft überraschenden Umgebungen.
Ich durfte meine Arbeiten in diesem Jahr auf dem Gut Feismann präsentieren. Schon bei der ersten Besichtigung war für mich klar: Das könnte richtig gut werden.
Wenn Fachwerk und Spachtelarbeiten miteinander ins Gespräch kommen
Ein großzügiger Raum mit einem großen Einfallstor und viel sichtbarem, altem Fachwerk war für mich reserviert. Was mich daran besonders begeistert hat, war der Kontrast – und gleichzeitig die überraschende Verbindung – zwischen der historischen Architektur und meinen abstrakten Arbeiten. Der raue, grobe weiße Putz zwischen den dunklen Holzbalken bildet eine ganz eigene Struktur. Und genau diese Struktur findet sich in meinen Spachtelarbeiten wieder: Unebenheiten, Schichtungen, aufgebrochene Oberflächen, Spuren und reliefartige Strukturen. Was auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheint – altes Fachwerk und zeitgenössische abstrakte Malerei – hat dadurch erstaunlich gut zusammengepasst.
Bei der Hängung habe ich versucht, diesen Dialog bewusst aufzunehmen. Ich habe meine Bilder nicht einfach irgendwo an die Wände gehängt, sondern mich an den vorhandenen Putzfeldern und den Linien des Fachwerks orientiert. Manche Arbeiten wirkten dadurch tatsächlich so, als wären sie für genau dieses Putzfeld zwischen zwei alten Holzbalken gemacht worden. Das hat mir selbst große Freude gemacht. Und noch schöner war, dass auch viele Besucherinnen und Besucher diese Verbindung sofort wahrgenommen haben. Immer wieder wurde die Hängung angesprochen, ebenso das Zusammenspiel von Bild, Putz und Fachwerk. Für mich war das eine wunderbare Bestätigung, dass die Gestaltung des Raumes tatsächlich mehr sein kann als nur der passende Rahmen für meine Arbeiten – sie kann selbst Teil der Ausstellung werden.
Viele Begegnungen, viele interessante Gespräche
Neben der besonderen Atmosphäre des Ausstellungsortes waren es vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die dieses Wochenende für mich so schön gemacht haben. Es gab sehr viele interessierte und offene Gespräche über meine Arbeitsweise, die Entstehung meiner Bilder und die Frage, wie aus Farbe, Material und Spuren schließlich ein abstraktes Werk entsteht.
Immer wieder kamen wir dabei auch auf das Fachwerk und seine besondere Verbindung zu meinen Spachtelarbeiten zu sprechen. Gerade die verputzten Gefache schaffen eine sichtbare Nähe zu den reliefartigen und strukturierten Oberflächen meiner Bilder. Und natürlich war auch das Gut Feismann selbst immer wieder Gesprächsthema.
Ich habe mich über das große Interesse, die vielen positiven Rückmeldungen und vor allem über die zahlreichen persönlichen Gespräche sehr gefreut. Vielen Dank an alle, die vorbeigeschaut, sich auf meine Arbeiten eingelassen und mit mir über Kunst, Fachwerk, Material und Gestaltung gesprochen haben. Es waren viele anregende Begegnungen, die mir lange in Erinnerung bleiben werden.
01.09.2026


