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Art Blog

Udoversum

Irgendwie gehört Udo Lindenberg zu meinem Leben. Nicht, weil ich der allergrößte Udo-Fan wäre. Aber seine Musik begleitet mich tatsächlich schon seit meiner Jugend. Und vielleicht ist es genau diese lange Vertrautheit, die den Besuch der großen Ausstellung UDOVERSUM in Hamburg für mich zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat. Noch bis zum 4. Oktober 2026 ist im Stilwerk an der Großen Elbstraße das Leben und Werk des Ausnahmekünstlers zu sehen. Die Ausstellung zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg versammelt Bühnenoutfits, Instrumente, handgeschriebene Songtexte, persönliche Notizen, Fotografien, Videosequenzen und zahlreiche Erinnerungsstücke. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seiner bildenden Kunst: auf den bekannten Likörellen, aber auch auf großformatige Gemälde, Skizzenbüchern und bislang ungesehenen Arbeiten aus seinem Atelier. Und genau das hat mich besonders interessiert. Ein

Dialog

mit altem Fachwerk. Was für ein Wochenende! Letzten Samstag und Sonntag hat es wieder Tausende Besucherinnen und Besucher in das kleine Dörfchen Darup gezogen. Bei der Daruper Landpartie präsentierten mehr als 60 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten an ganz unterschiedlichen Orten im Dorf – in Ateliers, Höfen, Gärten, Scheunen und historischen Gebäuden. Gerade diese ungewöhnlichen Ausstellungsorte machen für mich den besonderen Reiz der Landpartie aus. Hier wird Kunst mal nicht in einem klassischen Ausstellungsraum präsentiert, sondern sie begegnet den Menschen mitten im Dorf, in ganz unterschiedlichen und oft überraschenden Umgebungen. Ich durfte meine Arbeiten in diesem Jahr auf dem Gut Feismann präsentieren. Schon bei der ersten Besichtigung war für mich klar: Das könnte richtig gut werden. Wenn Fachwerk und Spachtelarbeiten miteinander ins Gespräch

Reiselustig

Unterwegs mit dem angesagten Hasen Felix. Hin und wieder entsteht auf Anhieb eine ganze bestimmte Stimmung – in diesem Fall Fernweh, Neugier und die Lust, die Welt mit offenen Augen zu entdecken – noch bevor man sich intensiver mit den einzelnen Werken einer Austellung beschäftig hat. Genau so ging es mir bei meinem Besuch der Ausstellung „Reiselustig – Unterwegs mit dem Hasen Felix“ im LWL-Museum in Münster. Die Figur des Hasen Felix dürfte vielen bekannt sein. Seit Jahren gehört er zu den beliebtesten Kinderbuchfiguren und hat seine Wurzeln tatsächlich hier in Münster. Die Autorin Annette Langen und die Illustratorin Constanza Droop haben zahlreiche Bücher im Coppenrath Verlag veröffentlicht und damit Generationen von Kindern begleitet. In der Ausstellung wird Felix nun zum sympathischen

Messebesuch

Unterhaltsam und äußerst vielschichtig - die Leipziger Buchmesse gehört wohl zu den größten Literaturveranstaltungen im deutschsprachigen Raum – und auch in diesem Jahr hat sie ihrem Ruf als lebendiger Treffpunkt für Literatur, Kunst und gesellschaftlichen Diskurs alle Ehre gemacht. Das Veranstaltungsgelände erstreckt sich über fünf große Hallen, die thematisch vielfältig bespielt werden – von Belletristik über Sachbuch bis hin zu Kinder- und Jugendliteratur und mit 313.000 Besucherinnen und Besuchern, über 2.000 Ausstellern aus 54 Ländern und mehr als 3.000 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in der Stadt, hat die diesjährige Ausgabe neue Rekorde eingefahren. Das Besondere an der Leipziger Buchmesse ist ihr dialogorientiertes Konzept: Nicht nur das Buch steht im Mittelpunkt, sondern auch der Austausch darüber. Zahlreiche Talkrunden, Diskussionsforen und Lesungen

C Dancer

Gesellschaftliche Entwicklungen, Stimmungen und Sehnsüchte unserer Zeit werden jedes Jahr aufs Neue von sog. Trendscouts beobachtet. Aus diesen Analysen entstehen Prognosen – und schließlich eine Farbe, die das kommende Jahr prägen soll. Die Firma Pantone ist dabei nur eine von mehreren Institutionen, die eine „Farbe des Jahres“ küren, doch ihre Wahl findet besonders großen Widerhall in Mode, Interior, Design – und natürlich auch in der Kunst. Kein Wunder also, dass ich jedes Jahr neugierig schaue: Welche Farbe steht im Fokus? Nicht, um mich daran zu orientieren oder ihr zu folgen – sondern um zu verstehen, welche Stimmung unsere Gegenwart gerade formt. 2026 ist es ein Weiß geworden. Eine Nicht-Farbe, könnte man sagen. Pantone beschreibt dieses Weiß als ein „wogendes Weiß“, das

Für Hilde

sollen rote Rosen regnen. Heute, am 28. Dezember 2025, wäre Hildegard Knef 100 Jahre alt geworden. Ein Anlass, der nicht nur zur Erinnerung einlädt, sondern auch zur Auseinandersetzung mit einer sehr außergewöhnlichen Künstlerin. Das Wolfgang Borchert Theater in Münster hat diesen Geburtstag zum Anlass genommen, die Inszenierung „Der Teufel und die Diva“ noch einmal in den Spielplan aufzunehmen. Ich habe mir die Vorstellung gestern angeschaut – und war tief beeindruckt. Das Stück nähert sich Hildegard Knef nicht biografisch-nacherzählend, sondern existenziell. Die Diva erfährt aus dem Radio von ihrem eigenen Tod und findet sich in einer düsteren Zwischenwelt wieder. Dort wird sie vom „Geist, der stets verneint“ mit unbequemen Fragen konfrontiert. Was bleibt vom Mythos? Was bleibt nach dem Tod? Vielleicht eine Zigarette.

City Advent

»Maria durch ein Dornwald ging« Jedes Jahr in der Adventszeit zieht es mich in die Überwasserkirche in meiner Heimatstadt Münster. Mit dem City Advent entsteht dort ein besonderer Ausstellungsraum – einer, der Kunst, Spiritualität und Zeitgeschehen miteinander verwebt. In den vergangenen Jahren war ich oft beschwingt, manchmal sogar fast heiter, aus der Kirche herausgegangen. Ich erinnere mich an den Mond, an leuchtende Prismen, an Installationen, die Leichtigkeit und Staunen erzeugten. In diesem Jahr ist das anders. Die Ausstellung trägt den Titel »Maria durch ein Dornwald ging« – ein vertrautes adventliches Bild, das bereits im Titel Schmerz, Widerstand und Verletzlichkeit anklingen lässt. Als ich im Vorfeld die Beschreibung der Ausstellung und einiger Exponate gelesen habe, war ich ehrlich gesagt skeptisch. Klimawandel, Müll, Folter,

Nachlese

Die ART COLOGNE ist jedes Jahr ein fester Termin in meinem Kalender – und das nicht ohne Grund. Sie ist eine der ältesten und auch eine der bedeutendsten Kunstmessen überhaupt. Seit ihrer Gründung 1967 – damals noch unter dem Namen Kölner Kunstmarkt – hat sie Maßstäbe gesetzt. Ihr Anliegen ist es, Kunst sichtbar und erlebbar zu machen, Brücken zwischen Galerien, Sammlern und Künstlern zu bauen und das aktuelle Kunst-Geschehen zu spiegeln. Kurz: Wer wissen möchte, wohin sich der Kunstmarkt bewegt, kommt an Köln nicht vorbei. Schon beim Betreten der Messehallen spürt man diese besondere Mischung aus Erwartung, Neugier und leichtem Rauschen – ein Klangteppich aus Gesprächen, Schuhklacken und gedämpftem Staunen. Besonders erfreulich: Die abstrakte Malerei hat wieder an Sichtbarkeit gewonnen. Nach

Impuls

Coaching mit Kunstwerken – wenn Bilder, Worte, Klänge zum Spiegel werden Kunst kann weit mehr sein als nur ästhetischer Genuss: sie bewegt, irritiert, inspiriert – und manchmal zeigt sie uns Seiten von uns selbst, die wir längst vergessen oder nie richtig angeschaut haben. Im Coaching mit Kunst geht es genau darum. Nicht um Interpretation im kunsthistorischen Sinn, sondern um das eigene Erleben. Um das, was ein Kunstwerk in uns auslöst – an Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen oder Ahnungen. Das kann beim Besuch einer Ausstellung geschehen, gemeinsam mit einem Coach, der Fragen stellt und Denkanstöße gibt. Oder beim Betrachten eines einzelnen Bildes, das uns auf rätselhafte Weise „anschaut“. Vielleicht taucht plötzlich eine Erinnerung auf. Vielleicht spüren wir eine Resonanz, einen Widerstand oder ein

Lassnig Munch

Manchmal sind es gerade die Ausstellungen, auf die man sich besonders freut, obwohl – oder vielleicht gerade weil – die gezeigten Künstlerinnen und Künstler nicht zu den persönlichen Favoriten gehören. So ging es mir mit der Ausstellung »Malfluss = Lebensfluss. Maria Lassnig und Edvard Munch« in der Hamburger Kunsthalle, die ich am vergangenen Wochenende besucht habe. Weder Maria Lassnig noch Edvard Munch zählen zu den Künstlern, deren Werke mich spontan begeistern. Lassnigs Bilder empfand ich bislang oft als verstörend, Munchs Arbeiten dagegen als dunkel, melancholisch und manchmal sogar bedrückend. Umso neugieriger war ich auf die Frage, die die Ausstellung bereits in ihrer Ankündigung aufwirft: Welche Gemeinsamkeiten können zwei Künstlerpersönlichkeiten verbinden, die auf den ersten Blick so unterschiedlich erscheinen? Die Antwort darauf entfaltet sich